So sieht eine E‑Mail von Rekala aus
Eine Eröffnungs-E‑Mail und ihre zwei Nachfass-E‑Mails für ein fiktives Unternehmen, mit der Quelle jeder Aussage. Der Absender verkauft Software für vorausschauende Instandhaltung; die Kampagne richtet sich an Instandhaltungsleiter im Bergbau.
E‑Mail 1: die Eröffnung
Guten Tag Frau Hoffmann,
ich habe gesehen, dass Graufeld seine Aufbereitungsanlage in Goslar dieses Jahr erweitert hat①. Mit mehr kritischen Anlagen kostet jeder ungeplante Stillstand mehr.
Wir arbeiten mit ähnlichen Werken daran, Ausfälle mit den bereits vorhandenen Daten vorherzusehen, ohne Sensoren zu tauschen②. Der Fall ist dokumentiert und auf zwei Seiten zu lesen.
Darf ich Ihnen in 20 Minuten zeigen, wie wir das in Goslar angehen würden?③
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Maurer
Vertriebsleiter · Predictiva
Woher jeder Satz stammt
- Website des Unternehmens. „Graufeld hat seine Aufbereitungsanlage in Goslar dieses Jahr erweitert“ stammt aus dem Bereich Neuigkeiten der Website. Rekala hat den Fakt mit Datum gespeichert und als Einstieg verwendet, weil er aktuell und konkret ist.
- Ihr Material. „Ausfälle mit den bereits vorhandenen Daten vorherzusehen, ohne Sensoren zu tauschen“ ist ein Beleg aus dem Angebot des Absenders. Er war eingeschaltet; zwölf andere waren ausgeschaltet.
- Ihre Regel. „höchstens 90 Wörter, mit einer Frage schließen“ wurde beim Anlegen der Kampagne im Chat festgelegt und gilt für jede E‑Mail.
Keine Quelle, kein Satz. Der Entwurf sagt weder „führend in vorausschauender Instandhaltung“ noch „innovative Lösungen“: Nichts im Material stützt das, und die Tonregel verbietet es.
E‑Mails 2 und 3: die Nachfass-E‑Mails
Sie werden zusammen mit der ersten geschrieben, als ein einziges Gespräch. Jede ist kürzer, wechselt den Blickwinkel und nutzt einen anderen Fakt über das Unternehmen. Sie gehen nach den von Ihnen festgelegten Wartetagen von selbst raus und stoppen, sobald eine Antwort erfasst ist.
Guten Tag Frau Hoffmann,
ein Punkt noch, falls er hilft: mit drei Mahllinien① wiegt eine Stunde Stillstand dreifach. In einem Werk ähnlicher Größe haben nach Kritikalität gereihte Warnungen die ungeplanten Stillstände im ersten Jahr verringert②.
Möchten Sie das lieber in einem kurzen Gespräch durchgehen, oder soll ich es Ihnen schriftlich schicken?③
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Maurer
Guten Tag Frau Hoffmann,
ich schließe den Faden vorerst. Falls die ungeplanten Stillstände in Goslar① irgendwann wieder auf den Tisch kommen, bin ich da.
Mit wem bei Graufeld wäre es sonst sinnvoll, darüber zu sprechen?②
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Maurer
Was sich zwischen zwei Unternehmen derselben Liste ändert
Bei der Zement Ostsee AG, aus derselben Kampagne, erwähnt die E‑Mail keine Erweiterung, weil es keine gab. Sie beginnt mit dem, was auf deren Website tatsächlich stand (eine aktuelle Zertifizierung zur Energieeffizienz), wählt einen anderen Beleg aus demselben Material und schließt mit derselben Regel. Gleicher Absender, gleiches Angebot, zwei E‑Mails, die sich nicht ähneln.
Illustratives Beispiel
Graufeld Mineralwerke, Zement Ostsee AG, Predictiva und die gezeigten Personen existieren nicht. Struktur, Quellen und Regeln sind genau die, die das Produkt verwendet.